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TURM

 
 

DENKMALGERECHTE INSTANDSETZUNG TURMHAUS, RITTERGUT WESTERBRAK - WESERBERGLAND


Bauherr: Familie von Grone, Westerbrak

Bauzeit: 2009-2011

Leistungsphasen: 2-8

Vorgeschichte:
Das gesamte Rittergut ist als ehemalige Schlossanlage in die Denkmalliste des Landes Niedersachsen eingetragen.
Die Dörfer des ehemaligen "Braunschweigischen Weserdistrict" erhalten durch das Baumaterial Sandstein ihr unverkennbares Gesicht. Der Erhalt dieser einmaligen und unverkennbaren Kulturlandschaft ist untrennbar mit dem Erhalt dieses Baumaterials verbunden. Ob als Bruchstein, als Dacheindeckung, Bodenplatte, Fassadenbehang, Umzäunung, Trog oder Weidepfahl, der fast unbegrenzte Einsatz als Baumaterial begegnet einem in dieser Region immer wieder. Diese regionale Eigenheit stellt eine Kulturlandschaft dar, die in Mitteleuropa wohl einmalig ist.
Erbaut um 1700 wurde das Gebäude mit Turmoktogon, welscher Haube und Wetterfahne ursprünglich als Turmhaus direkt neben dem Eingangstor zur ehemaligen Schlosszufahrt errichtet. Die Glocke in diesem Turm trug die Inschrift "Anno 1708". Im Jahre 1696 wurde nämlich die Kapelle des Ortes Westerbrak für 10 RthlR. mit Auflage an die Familie von Grone verkauft, die "Betglocke auch ferner schlagen zu lassen"
Das in altertümlicher und nur im Weserberglang so lange fortdauernder Ständerbauweise errichtete Gebäude ist integriert auf einer Natursteinmauer, die die gesamte ehemalige Schlossanlage umgibt. Nach Abriss des Schlosses und der Schließung der Schlosszufahrt diente das Gebäude nach Anbau eines Anklapps zunächst als Schmiede, später auch als Wohnhaus.

Problematik:
Die Bausubstanz dieses Denkmales zeigt zum Teil schwerwiegende Mängel, zahlreiche bauhistorisch wertvolle Details sind akut gefährdet.
Das Gebäude besteht "von Kopf bis Fuß" aus Sandstein!
Die Fachwerkkonstruktion (mit Sandsteinausfachung) ist in vielen Bereichen stark geschädigt, Deckenbereiche sind bereits eingestürzt.
Hausschwamm und konstruktive Schäden an den Holzbauteilen machen das Gebäude zu einem denkmalpflegerischen Notfall. Hier droht wertvollste Bausubstanz unwiederbringlich verloren zu gehen ! Ohne Förderung ist die Maßnahme nicht durchführbar. In dieser strukturschwachen Region in der das Verschwinden des identitätsstiftenden Baumaterials Sandstein (noch immer werden fast wöchentlich Sandsteindächer abgetragen) unabsehbare Folgen für die kulturelle Einzigartigkeit einer ganzen Region hat, sollte die Hilfe staatlicher und nichtstaatlicher Institutionen eine Initialzündung bedeuten und einem Umdenken Platz machen. Die Möglichkeiten der Denkmalpflege und der sehr engagierten Besitzer allein reichten leider nicht aus um dieses wichtige Kulturdenkmal zu erhalten. Mit dem Hinzuziehen weiterer Fördermittelgeber auf EU Basis können wir schließlich doch dazu beitragen die Maßnahme im Jahre 2009 zu realisieren.

Ausführung:
Der erste Bauabschnitt umfasste die vollständige konstruktive Instandsetzung in tradierter Technik sowie die Neueindeckung des Daches mit geborgenen Sandsteinplatten in Doppeldeckung. Das Turmoktogon wurde wie im Bestand mit Sandsteinplatten in Schablonendeckung verkleidet.
In einem nächsten Bauabschnitt wurde der Ausbau des Gebäudes zum Wohnhaus geplant, um durch die dauerhafte Nutzung auch einen langfristigen Erhalt zu gewährleisten. Dieser Umbau wurde im Sommer 2011 abgeschlossen.

     
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