Mühlhausen | Kurze Jakobistraße 4

Bestand

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Realisierung

Umbau und Sanierung Kurze Jakobistraße 4, Mühlhausen

Bauherr: SWG mbH Mühlhausen
Leistungsphasen: HOAI 1–9
Planung / Ausführung: 2022–2025

Bestand

Das Gebäude Kurze Jakobistraße 4 in Mühlhausen ist ein nicht unterkellerter, gotischer Steinbau mit unbekanntem Baujahr und unklarer ursprünglicher Nutzung. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde er als Getreide- und Futtermittellager des Foragehändlers Richard Mandler genutzt. Nach einem Brand im Jahr 1913 wurde das Dach wiederhergestellt.

Die Straßenseite besteht aus quaderförmigen Travertinwerksteinen und weist keinen sichtbaren Sockel auf. Das Tor besitzt einen flachen Bogensturz, der vermutlich einen ursprünglichen Spitzbogen ersetzt. Die straßenseitigen zwei kleinen Rechteckfenster führen in einen Raum mit Kreuzgewölbe.

Problematik

Der Erhaltungszustand war als kritisch einzustufen. Die Schäden liessen sich hauptsächlich auf bauliche Eingriffe der vergangenen Jahrhunderte zurückzuführen. Betroffen war vor allem die Holzkonstruktion, was in der Folge auch zu Rissen in den Natursteinaußenwänden führte. Probleme in der Gründung wurden erst in der Bauphase sichtbar.

Zielstellung

Das bisher leerstehende und unbeheizte Lagergebäude sollte in ein hochwertiges Wohnhaus mit je einer Wohneinheit im 1. Obergeschoss und 1. Dachgeschoss umgewandelt.

  • Die Tordurchfahrt bleibt erhalten und dient weiterhin als Zufahrt zu den rückseitigen Parkplätzen der Wohngebäude Wahlstraße 54 und 56.
  • Straßenseitig werden drei neue längliche Fensteröffnungen geschaffen, die sich am historischen Bestand orientieren.
  • Im Dachgeschoss entsteht zwischen den Brandwänden eine Schleppgaube über die gesamte Gebäudelänge.
  • Rückseitig werden oberhalb der Tordurchfahrt eine Loggia sowie zwei neue Gauben mit Balkonen eingefügt.
  • Im Innenhof wird in Abstimmung mit den Nachbargebäuden ein Doppelparker-System für zusätzliche Stellplätze installiert.

Ausführung

Die Bauarbeiten begannen im Juli 2023. Im Zuge der Baumaßnahme wurde ersichtlich, dass es im Wesentlichen keine tragfähige Gründung gab. Bei Verzicht auf eine aufwendige Nachgründung im Pilgerschrittverfahren wurden die Außenwände mittels Auflagertaschen auf eine tragende Bodenplatte abgelastet. Die Holzkonstruktion wurde traditionell zimmermannsmäßig instandgesetzt, in überlasteten Bereichen sorgt eine sekundäre Stahlkonstruktion für den Lastabtrag. Die Natursteinaußenwände wurde im klassischen Steinsanierungsprogramm instandgesetzt. Im Jahr 2025 konnten zusammen mit den großzügigen Außenanlagen und einem Doppelparkersystem für die angrenzenden Wohngebäude zwei großzügige, sehr individuelle Wohnungen übergeben werden. Für die denkmalgerechte Sanierung des Gebäudes wurde im September 2026 der Thüringische Denkmalschutzpreis verliehen.

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